Giftfreier Haushalt

- Reiniger

Fast in jedem deutschen Haushalt finden sich zahlreiche giftige, umweltschädigende und sogar krebserregende Stoffe. Meistens gehen wir damit eher belanglos um....Vieles ist uns nicht bewusst oder wir meinen es gäbe keine Alternative. Dabei lassen sich tatsächlich die meisten schädlichen Sachen gegen eine harmlosere natürliche Variante ersetzen. Diese sind zum einen nicht nur weniger giftig, sondern oftmals preisgünstiger und umweldschonender weil Verpackungsmaterialien entfallen.

Die meisten Giftstoffe finden sich ausgerechnet in Küche und Bad! Angefangen beim Backofenreiniger, über diverse Mittelchen für Fenster, Böden, WC bis hin zu Haarspray & CO. Ja selbst im Garten scheint es oft nicht ohne giftige Cocktails zu gehen...

Was aber gibt es für Alternativen? Zum Reinigen reichen Im Grunde Essig, Zitronen oder Orangen, Soda, Natron, Kernseife und Asche (gesiebt) völlig aus. Aus diesen Zutaten lässt sich so ziemlich alles herstellen, was wir für den Hausputz benötigen.

Im ersten Teil geht's erstmal um die Reinigungsmittel. Fortsetzung zum Thema Kosmetika, Pharmazeutika und Garten folgt in Kürze....

Grundsätzlich sollte immer so wenig Reiniger wie möglich verwendet werden. Oftmals reicht schon warmes Wasser und ein Lappen völlig aus und wir können uns den Einsatz eines Reinigers ganz sparen! Wenn Wasser allein nicht hilft, gibt es hier nun einige natürliche Alternativen!


Spüli & Co

Aus Asche lässt sich eine Waschlauge ansetzen die als Spüli, Bodenreiniger oder sogar als Waschmittel genutzt werden kann. Einfach 4 EL Holzasche mit 500 mL kaltem Wasser ansetzen und ca. 6 Stunden stehen lassen und abseien. Der Sud sollte nicht länger als 6 Stunden stehen gelassen werden, da der pH-Wert sonst zu alkalisch wird und Verätzungsgefahr besteht. Die Lösung kann nach Bedarf verdünnt werden.

Eine weitere Möglichkeit, die mich jedoch nicht wirklich überzeugt hat, ist es ca. 10 g Kernseife in 100 ml heißem Wasser zu lösen, mit 1,5 Teelöffel Natron, 500 ml Wasser und 20 Tropfen ätherischem Öl zu mischen. Die Reinigungswirkung ist eher gering.


Bad, WC, Spiegel & Fenster

Für glatte, bzw. glänzende, spiegelnde Oberflächen eignet sich Zitrusessig. Hierzu werden die Schalen von Zitrusfrüchten klein geschnitten und in einem Schraubglas mit Essig bedeckt. Die Mischung wird vier Wochen an einem sonnigen Plätzchen stehen gelassen und anschließend abgesiebt. Je nach Art der Verschmutzung kann der Reiniger 1:1 verdünnt oder pur angewendet werden. Bei leichten bis mittleren Kalkablagerungen und anderen Verschmutzungen reicht auch normaler Essig 1:1 mit Wasser verdünnt zur Reinigung aus. Zum Auftragen eignen sich Sprühflaschen.


Ceranfeld, Ofen & hartnäckige Verschmutzungen

Gersiebte Holzasche lässt sich prima als sanftes Scheuermittel verwenden. Hierzu Zeitungspapier zerknüllen, leicht anfeuchten und in die Asche tunken. Fläche damit bearbeiten. Mit klarem Wasser nachwischen...Hiermit bekomm ich sogar die verrußte Scheibe vom Kachelofen sauber!


Waschmittel

Als Waschmittel lässt sich die oben beschriebene Waschlauge aus Asche verwenden, allerdings sollte der Ansatz dazu etwas länger stehen gelassen werden, ca. 10 Stunden. Der pH-Wert sollte 10-11 keinesfalls übersteigen. Ggf die fertige Waschlauge mit pH-Papier überprüfen und verdünnen. Es sollte nur Holzasche verwendet werden, da die Asche von Kohlen und dergleichen oftmals Schwermetalle enthält.

Alternativ kann man ein flüssiges Waschmittel aus Soda, Kernseife und Wasser herstellen. Dazu werden 25 g Kernseife fein zerkleinert und in 500 mL heißem Wasser gelöst. Anschließend werden je nach Wasserhärte zwischen 40 - 60 g Soda hinzugegeben (Bei hartem Wasser 60 g, bei weicherem Wasser entsprechend weniger). Nachdem alles gut vermischt wurde, wird der Ansatz in einen Kanister umgefüllt. Der Ansatz muss nun eine Stunde unter mehrmaligem Schwenken ziehen, ggf. muss Druck aus dem Kanister abgelassen werden. Der Ansatz wird mit weiteren 500 mL heißem Wasser vermischt und bis zum Abkühlen wieder mehrere Male geschwenkt. Zum Waschen werden dann etwa 2-3 Verschlusskappen in die Waschmittelkammer der Waschmaschine gegeben. Das Waschmittel sollte nicht für Wolle und Seide verwendet werden.


Schuhpflege & Imprägnierung

Ein Feld das mir eine Zeitlang Kopfzerbrechen bereitet hat, ist die Reinigung von Schuhen! Zwar lassen sich Lederschuhe wunderbar mit Kokosfett oder Bienenwachs pflegen...aber eine Alternative für Nanonässeblocker für Wildleder oder Syntetikschuhe war etwas kniffelig und leider nicht als DIY-Lösung zu finden. Immerhin hab ich nach einigem Suchen einen Hersteller gefunden, der Nässeblocker für Wildleder und Syntetikschuhe auf Wasserbasis, also ohne schädliche, giftige Chemikalien anbietet. Die Firma Nikwax bietet von der Reinigung bis zur Imprägnierung zahlreiche Produkte an, die ohne die extreme chemische Keule auskommt, wie sie sonst in diesem Feld üblich ist. Die Schuhe lassen sich sogar in geschlossenen Räumen imprägnieren ohne Atemnot oder irgenwelche Vergiftungen zu erleiden ;-) Das Resultat steht dem der üblichen Imprägnierungen in nix nach...


Hilfsmittel

Wenn wir schon beim Thema Schad- und Giftstoffe im Haushalt sind, sollten wir auch den Einsatz unserer Hilfsmittel kritisch überprüfen, da diese meist aus Kunststoffen sind. Diese geben oftmals Weichmacher und andere Schadstoffe ab und belasten unsere Gewässer zunehmend mit Mikropartikeln aus Kunststoff. Diese sind schwer bis gar nicht zu entfernen, gefärden die Umwelt und landen zu guter Letzt mit dem Trinkwasser auch wieder in unserem Organismus! Dabei gibt es zahlreiche Hilfsmittel aus natürlichen Materialien, die den Kuststoffprodukten in nichts nachstehen und oftmals weitaus langlebiger sind! So lassen sich die allseits beliebten Schwammtücher durch Waffeltücher aus Baumwolle ersetzen. Gleichzeitig nehmen diese auch deutlich besser den Schmutz auf und es wird weniger Reinigungsmittel benötigt. Auch in Punkto Nachhaltigkeit sind die Waffeltücher unschlagbar. Spülbürsten  & Co gibt es aus Kokosfasern. Auch sie punkten durch Langlebigkeit. Meine Kokosbürste fliegt von Zeit zu Zeit mal in die Waschmaschine und ist immernoch "in Form".


Auf diversen Internetseiten finden sich viele weitere Alternativen für nahezu jeden Bereich. Es lohnt sich also (für Gesundheit, Umwelt und Portemonait) statt der Regale des Drogeriemarktes lieber das Internet zu durchforsten und selbst ein bisschen zu experimentieren.


Ps: Und nicht vergessen, die richtige Einstellung löst jedes "Problem" gleich ein wenig leichter...gilt auch beim      Putzen! Also Musik an und mit Schwung an die Arbeit ;-)


Bild und Text © Bianca Röhling 02/16