Barfußlaufen -

(Nicht nur) für die Füße


Viele glauben, dass Barfußlaufen im wahrsten Sinne des Wortes für die Füße ist. Tatsächlich aber ist die Wirkungsweise des Barfußlaufens sehr vielschichtig. Es dient dem ganzen Körper und sogar dem Geist!

Spätestens seit Einzug der traditionellen chinesischen Medizin in unseren Breitengraden ist vielen Menschen bekannt, dass der Fuß über verschiedene Reflexzonen verfügt, die einem jeweiligen Organ zugeordnet ist. Hier sind sozusagen die Reflexzonen über die Nervenenden mit dem jeweiligen Organ verbunden. In der Fußreflexzonenmassage wird sich dieses Wissen zu Nutze gemacht um durch Druck und Massage am Fuß auf bestimmte Organe einzuwirken.

Das Schöne ist, was sich manch einer nur wenige Male im Jahr in Form einer wohltuenden Massage gönnt, bekommen wir praktisch jeden Tag gratis in der Natur wenn wir barfuß laufen. Beim Barfußlaufen auf natürlichem Untergrund, also Feld, Wald und Wiese werden alle Reflexzonen am Fuß stimuliert. Darüber hinaus werden die Lymphe angeregt, was die Immunabwehr und die Entgiftungsfunktion anregt. Gleichzeitig findet eine Ionenaustausch statt, was vereinfacht gesagt zur Stressreduktion dient. Stress erzeugt überwiegend positive Ladung im menschlischen Organismus, natürliche Böden haben überwiegend negative Ladung, was zu einem Ausgleich oder einer Art Osmose führt. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Verwurzelung! Durch das Barfußlaufen nehmen wir uns und unsere Umgebung wieder ganz anders wahr.  Wir fühlen mehr, werden sensitiver und kommen (zwangsläufig) zur Ruhe...denn wer barfuß durch den Wald hastet, kommt meist nicht allzu weit ;-) Wir gehen also ganz automatisch achtsamer durchs Leben. Über die Verwurzelung hinaus wird zudem ein sehr kleines, fast vergessenes aber um so bedeutsameres Organ angeregt - die Zirbeldrüse. Sie wird mit unserer Intuition in Verbindung gebracht. Darüber hinaus wird in der Zirbeldrüse das Melantonin gebildet, was sich wiederum auf unseren Schlaf-Wach-Rytmus, Alterungs- bzw. Regenerationsprozesse, Gedächnisleistung und das Immunsystem auswirkt. Auch heißt es, dass in der Zirbeldrüse ein körpereigenes Halluzinogen, das DMT (Dimethyltryptamin) produziert wird. Dies wiederum hat entspannende, bewusstseinserweiternde und leicht berauschende Wirkung, wodurch Alltagssituationen gelassener und mit mehr Humor bewältigt werden können. Auch jene, die ständig über kalte Füße klagen, profitieren vom Barfußgehen. Die durchblutungsfördernde Wirkung sorgt auch nachträglich noch für warme Füße und ermöglicht es sogar mit etwas Übung selbst bei niedrigen Aussentemperaturen diese Wärme zu halten. Auch andere Beschwerden, die mit mangelnder Durchblutung im Zusammenhang stehen, können positiv beeinflusst werden. Ebenso wird die Körperhaltung verbessert, da wir barfuß beinahe automatisch im Ballengang gehen, was sich positiv auf den gesamten Bewegungsapparat auswirkt.

Um von der positiven Wirkung des Barfußlaufens zu profitieren, sollten wann immer es geht, die Schuhe ausgezogen werden und zusätzlich mindestens dreimal wöchentlich 30 min. auf natürlichem Untergrund gelaufen werden.

Zusammenfassend kann man also sagen, wirkt sich das Barfußgehen wie folgt aus:

  • wirkt entgiftend
  • wirkt entspannend und stressregulierend
  • fördert den natürlichen Schlaf-Wach-Rytmus
  • stärkt das Immunsystem
  • fördert die Durchblutung und wirkt somit indirekt vielen Erkrankungen vor
  • fördert die Intuition
  • fördert Regenerationsprozesse / Zellerneuerung
  • vermindert Alterungsprozesse
  • fördert die Gedächnisleistung und Kreativität
  • fördert Gelassenheit und Humor, bzw. Glücksempfinden
  • wirkt sich positiv auf die Körperhaltung aus und kann kleine orthopädische Defizite ausgleichen


Es lohnt sich also tatsächlich für jeden, ob jung oder alt, die Schuhe in die Ecke zu schmeißen und den Füßen so oft wie möglich frische Luft zu gönnen :-) Jedoch stecken unsere Füße meist seit frühester Kindheit in Schuhen und sind es gar nicht mehr gewöhnt, auf blanken Sohlen zu gehen. Es empfiehlt sich daher, behutsam anzufangen.

  • wann immer es möglich ist, Schuhe ausziehen 
  • Ballengang üben*
  • zu Beginn 15 min täglich auf natürlichen Böden (Feld, Wald, Wiese) gehen und die Dauer langsam steigern
  • während der warmen Monate beginnen
  • zu Anfang geschotterte Wege meiden
  • Füße nicht eincremen
  • evtl. etwas dickere Socken tragen, bis sich die Füße an die neue Gegebenheit gewöhnt haben (bitte keine Barfußschuhe!!!)
  • Hornhaut nicht entfernen, da sich das mit der Zeit selbst reguliert
  • nach dem Laufen im Wechsel kalt und warm abwaschen


*Durch unser Schuhwerk sind wir gezwungen, im Fersengang durchs Leben zu gehen, d.h. wir setzen beim Gehen zuerst die Ferse auf. Dies ist für Muskulatur und Knochenstrukturen eine enorme Belastung und kann zu zahlreichen Beschwerden, wie Verspannungen, Fehlstellungen und Verformungen des Bewegungsapparates führen. Beim Ballengang hingegen wird die Hauptbelastung durch den Ballen abgefedert. Der Ballen wird also nach vorn gestreckt und vor der Ferse aufgesetzt! Hierdurch werden Knochen und Gelenke geschont und die Muskulatur stabilisiert, was insgesamt zu einer verbesserten Körperhaltung und Minderung zahlreicher Beschwerden führen kann.


Zu Beginn kann es zu einigen Körperreaktionen kommen, die aber harmlos sind:

  • geschwollene Hände und Füße, durch den vermehrten Lymphfluss
  • vermehrter Harndrang
  • Muskelkater, durch die ungewohnte Körperhaltung
  • Müdigkeit
  • gereizte Fußsohle (Belastung verringern durch Verkürzung der Laufzeit, andere Bodenbeschaffenheit, dicke Socken)


Als letzter Hinweis sei gesagt, dass asphaltierte Flächen oft zwar angenehm zum Laufen sind, dennoch eher ungünstig sind. Der harte Asphalt wirkt sich ungünstig auf den Bewegungsapparat aus. Zudem ist kein Ionenaustasch wie auf natürlichem Untergrund gegeben. Ebenso ist von Barfußschuhen abzuraten, da diese den Fuß wieder in eine Form pressen. Ausserdem gehen wir durch den Schutz des Schuhs automatisch wieder im Fersengang. Die Entgiftungsfunktion ist ebenfalls blockiert. Wer in der nasskalten Jahreszeit barfuß gehen will, kann während der Eingewöhnungsphase Neoprenstrümpfe verwenden. Während der warmen Jahreszeit reichen etwas dickere Baumwollstrümpfe aus.


                                Viel Spaß beim Laufen :-)


PS: Besonders angenehm sind kühle weiche Waldböden, Wiesen mit Morgentau oder Pfützen! Da wird man gleich wieder zum Kind!