Anleitung zum Glücklich - Sein


Kann ein Mensch permanent glücklich sein? Ich behaupte - JA - kann er! So wie es zahlreiche Exemplare gibt, die permanent unglücklich und unzufrieden sind, gibt es auch diejenigen, die permanent glücklich und zufrieden sind.

Diese Behauptung ist für die meisten Erwachsenen kaum vorstellbar. Wie also soll es aussehen, das große dauerhafte Glück? Brauch ich dazu ein dickes Bankkonto, ne Villa in der Karibik, makelloses Aussehen, zahlreiche Freunde - oder was?

Nein! Tatsächlich brauchen wir im Grunde sehr wenig um wirklich glücklich zu sein....Es ist dem Menschen sogar angeboren, glücklich zu sein! Ein kleines Kind, dessen Grundbedürfnisse gestillt sind, befindet sich in diesem Zustand des permanenten Glücks....Es erfreut sich an Kleinigkeiten, einer Blume, einem Schmetterling, einer Matschpfütze....Wenn es hinfällt, mag das Glück zwar kurzzeitig getrübt sein, aber der Schmerz ist schnell vergessen und es lacht wieder. Leider verlernen wir im Laufe der Zeit durch schmerzhafte, negative Erfahrungen und falsche Erziehung in diesem Glückszustand zu bleiben. Statt wie früher einfach aufzustehen, den Dreck abzuklopfen, die Tränen zu trocknen und tapfer den Baum wieder hinauf zu klettern, von dem wir 5 Min. zuvor herunter gefallen sind, meiden wir als Erwachsene lieber Situationen, die uns erneut Schmerzen zufügen könnten. Wir ersparen uns zwar so eine vermeintlich schmerzhafte Erfahrung, jedoch verwehren wir uns selbst die Möglichkeit zu weiterem Wachstum und somit auch zu Glück und Zufriedenheit. Wir tragen so viele Wünsche mit uns herum, ohne einen Schritt zur Verwirklichung zu unternehmen....meist aus purer Angst zu scheitern. Dabei sind all die Stolpersteine auf unserem Weg niemals dazu bestimmt, uns zu Fall zu bringen! Vielmehr um unsere wahren Potentiale zu erkennen und zu entfalten.

Bildlich gesprochen kann man sich das Glück als die Sonne vorstellen. Sie ist immer da. Pure Energie! ....Was das Glück im Grunde auch ist. Als Kleinkind nehmen wir dieses Glück, die Energie permanent wahr. Vielleicht verdunkelt mal eine Wolke hier und da unseren Horizont, aber das ist schnell wieder vergessen. Nun machen wir im Laufe der Zeit aber auch vielerlei Erfahrungen die wir nicht so schnell vergessen. Als Kind sind wir auf die Hilfe der Erwachsenen angewiesen. Von ihnen sollten wir lernen, mit Schmerz, Verlust, Trauer, Angst und Wut richtig umzugehen....Leider haben aber viele Erwachsene selbst nie richtig gelernt, mit all dem umzugehen. Sie meiden solche Gefühle und tauchen sie doch auf, werden sie oft verdrängt. Wie dunkle Wolken. Werden diese dunklen Wolken nicht irgendwann aufgelöst, wiederholt sich die Erfahrung von einst immer und immer wieder. Wer z.B. in der Kindheit ausgegrenzt wurde und die Gefühle, Ängste, Sorgen nie richtig verarbeitet hat, wird sich auch als Erwachsener in solchen Situationen wieder finden....Schieben wir die Wolke wieder nur achtlos beiseite, festigt sich in unserem Unterbewusstsein ein Muster. Geist formt sich sozusagen zur Materie. Aus der negativen Wolke wird ein kleiner Kieselstein oder auch großer Wackerstein, je nachdem wie schwerwiegend die Gefühle/Probleme sind. Diese kleinen Kiesel und großen Wackersteine  türmen sich zu einem großen Schutthaufen, der unseren Horizont mehr und mehr verdunkelt.  So tragen wir als Erwachsene eine schwere Last. Die Sonne ist zwar immer noch da, doch nehmen wir sie und all die kleinen Glücksmomente kaum mehr wahr. Es braucht nun wahrhaft mehr, damit wir vor lauter Schutt aus Ängsten, Sorgen, Nöten unser Glück wahrnehmen können. Sprich, das Glück muss gerade besonders "groß" sein, z.B. durch Heirat, Geburt, eine Reise, der Lottogewinn....All diese Dinge kommen aber nun mal nicht so oft und schon gar nicht mehrmals täglich vorbei geflattert, wie einst der Schmetterling, der genügte um uns ein Lächeln zu entlocken. Aber was sollen wir nun mit unserem Schutthaufen anfangen?

Wir haben nun die Möglichkeit, weiterhin alles beiseite zu schieben, was wir nicht haben wollen...oder aber wir packen mal so richtig an und nutzen all die Erfahrungen die wir gemacht haben, um endlich daran zu wachsen um daraus etwas zu erschaffen....Es heißt schließlich nicht umsonst "Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt wurden, lässt sich etwas Schönes bauen!" Dabei geht es weniger darum, eine Festung zu bauen, die all unsere Feinde abwehrt, sondern eher um den Pallast, das Traumschloss in dem sich all unsere Wünsche und Träume verwirklichen lassen ;-) Dies ist kein Märchen, sondern durchaus machbar! Allerdings erfordert das, was so einfach klingt im wahren Leben  auch ein wenig Einsatz....Was also tun?


  • Schiebe Deine negativen Gefühle nicht länger ungeachtet beiseite! Nehme sie bewusst wahr - auch wenn's weh tut!
  • Überlege, wann Dir diese Situation zum ersten Mal widerfahren ist. Wie ging es Dir da? Stell Dich den Gefühlen, lass Schmerz, Wut, Trauer diesmal ganz bewusst zu! Heul und schrei auch mal, wenn es nötig ist!
  • Überlege, welche Stärke diese negative Erfahrung in Dir hervor gebracht hat, z.B. wenn Du von Deinen Eltern viele Pflichten aufgebürgt bekommen hast - Du bist dadurch vielleicht zu einem sehr belastbaren, verantwortungsbewussten Erwachsenen geworden....
  • Nimm Deine Größe an - Sei stolz auf Dich! Du hast Großes geleistet, Du hast viel ertragen!
  • Stelle Dich nun Schritt für Schritt Deinen Ängsten. Beginne mit kleinen, banalen Dingen, bis Du Dich auch den größeren Ängsten stellen kannst! 
  • Lass wieder Situationen zu, die Dir erneut Schmerz zufügen könnten - Lass auch jetzt den Schmerz bewusst zu...und keine Angst - im Gegensatz zu vorher wiederholt sich diese Erfahrung nicht mehr ständig! Das Muster kann sich durch die bewusste Annahme lösen und hat somit keinen Bestand mehr
  • Suche den Fehler nicht bei Deinem Gegenüber, er ist nur ein Spiegel Deiner Selbst....Er spiegelt Dir Deine eigene Unzulänglichkeit wider!
  • Schraub Deine Erwartungen an andere herunter - Enttäschung ist immer das Resultat falscher Erwartungen!
  • Egal was Dir widerfährt, bleib fair - meist hat der Konflikt / die Situation weniger mit unserem Gegenüber zu tun, sondern vielmehr mit uns selbst!
  • Lerne, die kleinen Dinge wieder wertzuschätzen....den Schmetterling, die Blume, die Matschpfütze ;-)
  • Sei dankbar für das, was Du hast! .... Erfahrungen, Hab und Gut, Freunde, Familie - was auch immer
  • Führe ein Tagebuch...Am Besten tabellarisch! Dabei gilt die Regel 3:1 / Auf einen Negativ-Eintrag folgen mindestens drei Positiv-Einträge :-) Ein Beispiel gibt es hier....Am Anfang fällt es noch schwer, sich Positives "aus den Fingern zu saugen", aber Durchhalten lohnt sich!!!
  • Feiere Deine Erfolge - auch, oder erst Recht die Kleinen!
  • Sei ein bisschen verrückt :-) Steh zu Deinen Ideen und Einfällen! Hüpf z.B. einfach mal wieder in eine Pfütze....Auch wenn die Nachbarn blöd gucken - es macht immer noch ganau so viel Spaß wie früher!
  • Sei geduldig mit Dir! Der Schutthaufen, den Du über viele Jahre/Jahrzehnte angehäuft hast, lässt sich nun mal nicht über Nacht beseitigen            
  • Hab Vertrauen - In Dich, ins Universum, in Gott....Das Leben mutet Dir stets nur so viel zu, wie Du gerade auch tragen kannst! Und wenn es viel ist, bist Du wohl einfach viel stärker als Du glaubst :-)     
  • Tue bewusst Dinge, die Dir gut tun...und nehm Dir Zeit, das auch zu genießen. Egal, ob es nur ein Stück Schockolade ist, der Spaziergang am Nachmittag oder die langersehnte Weltreise!                                                                                                                                          




















                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                                       

Und dann? Wie fühlt es sich an? Ganz gewiss wirst Du nicht den ganzen Tag herum hüpfen wie ein Flummi und jubeln:  "Jawohl, ich bin ein Glückskind!"  Dies tust Du schließlich auch nicht, "nur" weil die Sonne scheint ;-) Anfangs zeigt sich die "verschüttete" Sonne eher als zaghaftes, kleines, unbegründetes Zufriedensein, ein wohliges Gefühl tief aus dem Innersten. Mit jedem weggeräumten Kiesel oder Wackerstein zeigt sich dieses Gefühl aber immer öfter und immer intensiver. Es wächst zu einem regelrechten Energiestrom heran. Manchmal hat man wahrhaftig das Gefühl, so viel Energie / Glück gar nicht aushalten zu können. Es fällt uns nun immer leichter, uns wieder an Kleinigkeiten zu erfreuen, wir lachen wieder mehr, gehen gelassener mit Konflikten um und last but not least steuern wir immer seltener in Konflikte hinein...schon allein, weil wir, und damit auch unser Gegenüber mit einem Lächeln das Ganze was vorher vielleicht noch ein Drama gewesen wäre, plötzlich gar nicht mehr so ernst nehmen....und somit kein Konfliktpotenzial mehr vorhanden ist :-)

Wie gesagt, Wolken wird es auch dann noch geben, vielleicht auch mal ne Gewitterfront. Wenn wir aber wieder gelernt haben, dass die Sonne tatsächlich immer da ist -  wenn wir die Wärme auch dann noch spüren, obwohl  wir die Sonne gerade nicht sehen, dann kann uns auch die Gewitterfront oder ein Sturm unser Glück nicht rauben!

So, nun viel Spaß beim Bauen Deines ganz eigenen Traumschlosses!                                                                      Solltest Du weitere Anregungen zur Umsetzung benötigen, stehe ich Dir gerne zur Verfügung :-)


 

Bild und Text © Bianca Röhling 09/15